MEDIATION - Außergerichtliche Konfliktlösung
Mediator Ludwig Singewald
Was ist ein Mediator
lateinisch medi = Mitte, also Mittler, Mittelsmann , Vermittler
Wie wird man Mediator ?
Hochschulabschluss, Praxis, Mediationsausbildung
Mediatoren können also aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen kommen
Inhalt der Mediationsausbildung
Konfliktforschung, Ablaufstrukturen, Gesprächstechnik, Psychologie, Situationsanalyse, Fallstudien, Übungen etc.
Anwaltmediator
Rechtsanwalt (d.h. Befähigung zum Richteramt = 2 Staatsexamina)
Ausbildung zum Mediator und Praxiserfahrung,
Anerkennung durch Berufskammer. Anwaltmediatoren können die Ergebnisse der Mediation ggf. auch in vollstreckbare Titel fassen.
Welchen Mediator für welche Angelegenheit auswählen ?
In Kindes-, Beziehungs- oder Schulangelegenheiten wird es ratsam sein, einen Mediator mit psychotherapeutischer oder psychologischer Berufsausbildung auszuwählen.
Bei Eheangelegenheiten, wegen der komplexen rechtlichen Folgen und Zusammenhänge, empfiehlt es sich, einen Anwaltmediator zu konsultieren.
Für die Wirtschaftsmediation sollten Rechts- und Steuerkenntnisse sowie Erfahrung mit wirtschaftlichen Strukturen unerläßlich sein.
Bei allen Streitigkeiten mit rechtlichem Hintergrund, die man sonst vor ein Gericht gebracht hätte, sollte ein Anwaltmediator gewählt werden, dem es gelingt, anwaltstypische Dominanz zu vergessen.
Mediator-Vita von RA Ludwig Singewald:
Erfahrungen aus der gerichtlichen Vergleichspraxis als Richter und Vorsitzender einer Kammer für Handelssachen (1991 -1992),
sowie als Rechtsanwalt mit gerichtlichen Vergleichen im unternehmens- und gesellschaftsrechtlichen Bereich,
Einigung in Steuerangelegenheiten (Betriebsprüfung),
außergerichtliche Einigung von Familien-, Erbschafts- und Scheidungsangelegenheiten,
Mediation unterschiedlicher Rechtsstreite zur Vermeidung richterlicher Entscheidungen,
Versöhnungsmediation.
Mitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft Mediation im Deutschen Anwaltverein seit 1999,
Ausbildung Wirtschaftsmediaton (gemeinnützige Stiftung GRUNDIG-AKADEMIE, Nürnberg, 2002),
Ausbildung Mediation (Harvard Law School, 2003).
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Mediation Allgemein
10 gute Gründe für die MEDIATION:
1.
Mediation ist die intelligenteste Form der Streitbeilegung mithilfe Dritter.
Sie steht am Ende der Evolutionskette:
:- Keule :- Richter :- Schlichter :- Mediation
2.
Sie beruht auf der Freiwilligkeit beider Seiten, eine Beilegung zu versuchen.
Der Versuch zur Lösungsfindung nimmt keiner Seite ihre Entscheidungsfreiheit.
Es gibt keinerlei Fremdentscheidung oder gar Willkür, der man sich fügen müsste.
Keine komplizierte Prozessordnung führt zu unangenehmen Überraschungen.
3.
Wer den gemeinsamen Schritt wagt, braucht keine Nachteile zu fürchten.
Wegen des Schutzes im nichtöffentlichen Verfahrens müssen die Betroffenen
sich nicht vor neuen Verletzungen oder Ressentiments sorgen und können sich
wieder der Zukunft und ihren eigentlichen Aufgaben zuwenden.
4.
Beide Seiten nehmen gleichen Einfluß auf das Ende ihres Konfliktes.
Die Parteien entdecken schließlich selbst die für sie beide richtige Lösung.
5.
Aufgrund der verblüffend einfachen Wirkung des Verfahrens können ehemalige
Streitgegner ohne weiteres wieder zueinander finden und weiterarbeiten o.ä.
Rechthaberei steht einer sinnvollen Lösung nicht mehr im Wege.
6.
Der Mediator setzt keine geliehene Macht ein, sondern Einfühlungsvermögen.
Nur die Interessen der beiden Konfliktparteien stehen im Mittelpunkt des Verfahrens.
7.
Aufgrund eigenverantwortlich gefundener Lösung ist das Ergebnis einer Mediation
von der Akzeptanz beider Parteien getragen und muss nicht vollstreckt werden.
8.
Die Kosten betragen nur den Bruchteil von Anwalts- und Gerichtskosten.
9.
Ärger gräbt sich nicht erst tiefer ein und verursacht keine Dauerbelastung.
10.
So rasch, wie man die eingetretene Situation beheben kann, reagiert kein Gericht.
Somit sparen Sie Zeit, Geld und Nerven
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Mediationsverfahren
Ablauf:
Die Mediation beginnt an einem leeren Tisch.
Das bedeutet, es müssen zuvor keine verklausulierten Schriftsätze gewechselt werden.
Beide Seiten stellen die eingetretene Situation aus ihrer Sicht dar.
Der neutrale Mediator führt zuvor eine Vereinbarung herbei, die wechselseitig vor unfairen oder unangemessenen Beiträgen Schutz bietet und Vertraulichkeit sicherstellt.
Nach der Sachverhaltsklärung werden die für jede Partei wichtigen Interessen herausgearbeitet.
Die Konflikt-Gegner erfahren, welche von ihnen bis dahin noch nicht gesehenen Gesichtspunkte eine Rolle spielen.
Auswirkungen des Konfliktes werden gewichtet und gemeinsame Lösungsmöglichkeiten herausgearbeitet.
Die Parteien entscheiden sich für diejenigen Lösungsvarianten, die sie gemeinsam mittragen können oder
sie veranlassen zuvor noch die Einholung von sachverständigen Auskünften.
Am Schluß steht eine Vereinbarung, die den Konflikt beendet. Darin wird festgehalten, wer welche Beiträge dazu erbringen wird.
Die Kosten der Mediation teilt man sich in der Regel. Sie bemessen sich nur nach der benötigten Zeit und nicht am Wert des Streitstoffes.
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Anwendungsgebiete
1.IN RECHTSSTREITIGKEITEN
Mediation vermeidet Prozesse.
Dies gilt für alle Arten von Konflikten, die bislang vor ordentlichen Gerichten ausgetragen werden mussten.
- Arbeitsrechtstreite
- Arzthaftung (*)
- Baumängel
- Eheauseinandersetzungen
- Forderungen
- Grundstücksangelegenheiten
- Honorarstreit
- Kommunale Plichtverletzungen (**)
- Mietstreitigkeiten
- Nachbarwiderspruch gegen Bauvorhaben
- Verkehrsunfallschäden (*)
- Werklohnforderungen
(*) Versicherungen ließen sich bislang oft nur durch Klagen zum zahlen bewegen,
Versicherer müssen jedoch zunehmend auf ihren Ruf und den ihrer Mitglieder
achten.
(**)Städte und Gemeinden schalten für den Schadensausgleich überregionale
Einrichtungen ein, die oftmals pauschal die Schuld auf den Verletzten schieben.
Gegen anonymisierte Bürgerunfreundlichkeit hilft derzeit nur Klagen.
Wo die Mediation ernsthaft versucht wird, führt sie zum Erfolg.
Aber auch ausserhalb zivilrechtlicher Streitigkeiten finden sich zunehmend Anwendungsgebiete für Mediation. So beispielsweise im Verwaltungs- verfahren bei der Beteiligung von Bürgern und Interessengruppen an der Planung, in Anhörungsverfahren und im Umweltschutz.
II. IN STRUKTURKONFLIKTEN
In Betrieben, Behörden, Unternehmen führen Konflikte mehrerer Organisaionseinheiten untereinander (Abteilungen, Betriebsteile) zu beachtlichen Reibungsverlusten.
So kann der Streit zwischen einer Produktionsabteilung und dem Vertrieb zu großen Schäden und Ausfällen führen, wenn er nicht konstruktiv beigelegt wird.
Das Klima bestimmt die Produktivität.
Gegen ungelöste Spannungen, Führungskonflikte, Abteilungskriege bis hin zum Mobbing hilft die Mediation, welche auch durch interne Anlaufstellen durchgeführt werden kann, die sich jedoch von externen Mediatoren unterstützen lassen sollten (Supervision).
Auch bei der Umsetzung von Personalentscheidungen werden Mediatoren eingesetzt, um dem Betrieb sinnlose und teure Kündigungsschutzklagen zu ersparen.
III. IN PERSÖNLICHEN KONFLIKTEN
Überall wo Menschen miteinander auskommen müssen gibt es Konflikte.
Selbst in Streitgkeiten innerhalb menschlicher Alltagsbeziehungen, für die Gerichte nicht zuständig sind, und in denen es oft so scheint, als sei durch Ingnoranz, Mißachtung oder verletzten Stolz dauerhaft Schaden entstanden, lassen sich durch eine Aussprache beim Mediator wieder Brücken bauen.
Beispiel: Eltern reagieren enttäuscht auf den Schulabbruch ihrer Tochter. Sie halten ihr den strebsamen Bruder vor und reden ihr den Wunschberuf aus. Mit diversen Druckmitteln, Verboten, Ablehnung und Unveständnis fühlt sich ihre Tochter ausgegrenzt und zieht zu einem Freund. Die Eltern weigern sich, Unterhalt zu zahlen und meinen, die Tochter dürfe als 16-jährige noch nicht außerhalb des Elternhauses leben. Das Jugendamt wird verständigt, es kommt zur Eskalation, weil die junge Frau sich wiederholt unverstanden und unter Druck gesetzt fühlt. Ehe sie sich ganz von ihren Eltern abwendet, versucht sie es mit der Einschaltung des Mediators, der die Beteiligten an seinen Tisch bittet.
In einem vom Mediator geführten Gespräch können die Verhaltenshintergründe der Beteiligten herausgefiltert, dabei jedoch Eskalationen kontrolliert vermieden werden. Durch den Austausch der gegenseitigen Standpunkte wird es den Beteiligten ermöglicht, Verständnis für die Interessen des anderen zu entwickeln, so dass eine Lösung gefunden wird, mit der alle Beteiligten zufrieden sind.
Jeder Konflikt, der nicht offen ausgetragen wird, lähmt Beziehungen, schadet Nachbarschaften, zerstört Vertrauen, Schaffenskraft und nimmt Lebensfreude.
M e d i a t i o n l ö s t K o n f r o n t a t i o n
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